Archive for Dezember 2007
Täglich grüßt… der Durchgang
Jeden Morgen das gleiche in der Frühschicht. Nach dem Personalfrühstück (das ist so meistens gegen 9:30/9:45 beendet) nimmt man sich den Pflegewagen und die „Kurven“ der Patientenzimmer (in der Regel nur eines, weil die anderen gebraucht werden zum Ausarbeiten), Thermometer, Blutdruckmessgerät und Stetoskop dürfen auch nicht fehlen, und dann fährt man durch die Zimmer. Wenn man so von Zimmer zu Zimmer zieht, kommt man nicht umhin (zumindest ich nicht) sich zu fragen, warum man denn eigentlich ständig die gleichen Fragen stellt. Ich meine, der Stuhlgang an sich ist ja nicht wirklich interessant, wenn die Leute so keine Probleme haben. Wenn sie Probleme haben (oder mit Problemen rechnen), werden diese (zumeist) beim Aufnahmegespräch angegeben. Es ist schon etwas merkwürdig, wenn man einen 19jährigen Patienten (absolute Seltenheit bei uns auf Stations, Altersdurchschnitt is wohl irgendwo bei geschätzten 65/70) bei der Aufnahme fragt, ob er Kontinenzprobleme hat und wie oft er in der Woche so Stuhlgang hat. Vor allem dann, wenn er nur mit Verdacht auf Blinddarmentzündung zu einem kommt.
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Add comment Dezember 23, 2007
Entwicklungspsychologie-Klausur
Also, ich weiß ja echt net, wie mir das entfallen konnte. Vielleicht war es die schwere Erkältung, dank der ich auf einmal genau wusste, wo mein Lungenflügel aufhört. Naja, alle lebenswichtigen Organe sind wohl trotz des starken Hustens und Schnupfens (um es mal unfachlich und allgemein verständlich auszudrücken) drin geblieben, deswegen leb ich ja auch noch. Auf jeden Fall fiel mir gestern Abend (man merke sich: Sonntag) siedendheiß ein, dass ich ja am Mittwoch ja noch Entwicklungspsychologie schreiben muss. Also nicht nur ich. Die anderen 24 Leute von meinem Kurs sind da auch noch. Viel Lust hab ich ja nun wirklich nicht. Hauptthema is Erikson und irgendwie kommt da wohl noch was von der Jugendentwicklung weiter. Kognetives und so. Wir haben ja noch Suizidalität im Jugendalter durchgenommen, aber das is net Stoff der Klausur. Manno. Dabei war das ja interessant. Das zu lernen hätte wenigstens halbwegs Spaß gemacht, weil’s ja interessant ist, aber embryonale Frühentwicklung is net so wirklich prickelnd. Teratogene klingt zwar irgendwie interessant, aber so interessant isses nun auch wieder net. Contergan is da noch ein recht interessantes Musterbeispiel, aber wir müssen nur grob wissen, um was es geht und haben leider (noch nichts) genaues dazu gemacht. Vielleicht wäre der Stoff interessanter, wenn der Unterricht interessanter wäre, aber… na ja… der isses halt auch net. Ich hatte vorher schon mal Psychologie in der FOS und da war’s zwar irgendwie net viel interessanter, aber ich hatte hinterher wenigstens net das Gefühl, ne Schlaftablette genommen zu haben…
Add comment Dezember 17, 2007
Täglich grüßt… die Visite
Ich hab am 1.Oktober 2007 meine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin angefangen. Hätt ich nur gewusst, was da auf mich zukommt. Nach 6 Wochen Einführungsblock (bestehend aus 38,5 Std. Unterricht die Woche) wurden wir dann auf die Stationen losgelassen und fanden uns sofort im Stationsalltag wieder.
Unsere Schule hat uns natürlich nicht nur mit Theorie versorgt. In Körperpflege und Vitalzeichenmessen wurden wir bestmöglichst vorbereitet, aber wie man schon aus vielen anderen Bereichen weiß: Theorie und Praxis sind zwei paar Stiefel. – Im Fall Krankenpflege allerdings zwei Welten.
Die eine Welt ist die Schule: Theoretisch, idealstisch, perfektionistisch, heile Welt, alles prima, alles rosa und irgendwie wattig.
Die andere Welt ist die reale Welt im Krankenhaus: Praktisch, zu wenig Personal für zu viele Patienten, zu viel Arbeit für zu wenig Leute, zu wenig Zeit um alles schulisch zu machen… zu wenig Zeit zum Fragen stellen.
Schüler laufen mit. Schauen, Hören zu, arbeiten mit und lernen so. Anleitung außerhalb der Anleitungstermine? Würden alle sicherlich gerne machen, nur wann denn bitte? Irgendwann in den fünf Minuten in denen man keinen Schreibkram zu machen hat, in denen keine Patientenglocke geht, in der kein Arzt, Angehöriger, Patient… irgend etwas wissen will und man auch gerade nichts zu tun hat? Wenn es diese fünf Minuten irgendwann mal gibt (und das ist wirklich sehr selten), setzt man sich hin, atmet tief durch, lässt den lieben Herrgott nen guten Mann sein und ist froh, dass man ENDLICH mal durchatmen kann.
Lustig ist nur, obwohl es ein Scheißstress ist, macht die Arbeit saumäßig Spaß. Genau deswegen weiß ich, dass das was für mich ist.
Ich hätt schon viel früher anfangen sollen, davon zu erzählen, aber naja, nach 3 Monaten kann ich mehr erzählen. ^^
Anekdote aus dem Stationsalltag:
Visite früher: VIELE Ärzte, einige Pfleger, alles wuselt durch die Zimmer, jeder erzählt was, Patient schnallt nix, Pflegepersonal kriegt net alles mit, aber das wichtigste und die Zimmertüren gingen kaum noch zu.
Visite heute: Ein Arzt (Stationsarzt, behandelnder Belegarzt, manchmal auch der Chefarzt) mit der visiteausarbeitenden Pflegekraft (die später die Übergabe machen wird) gehen durch die Zimmer, Arzt und Pfleger/Schwester tauschen sich aus, Patient schnallt (trotzdem) nix
Unsere Visite heute: Chefarzt, Stationsärzte, die examinierten Pflegekräfte der Stationsbereiche 1 und 2 waren bei ihrem Bereich dabei, jeder hat was zu sagen gewusst, wieviel der Patient verstanden hat ist wie immer fraglich, aber während des Personalfrühstücks im Presonalaufenthaltsraum unserer Station hat man Witze gerissen, dass wohl irgendwer aus dem Fenster fallen wird, wenn man es nicht zumacht, falls man auf die Idee käme, die Zimmertür zuzumachen, weil’s ja auf dem Flur zieht (man meinte doch tatsächlich, der Raum wäre zu voll). Ich kam leider nicht dazu, mir diese Herde anzuschauen, aber vielleicht ist es ja morgen wieder so…
Eine erfahrene Schwester meinte: „Jetzt kommen die alten Zeiten wieder! Jetzt laufen wieder alle mit! Jetzt gehen die Patientenzimmertüren wieder nicht mehr zu! Jetzt muss immer jemand raus, bevor wieder jemand rein kann, sonst muss man die Zimmer wegen Überfüllung schließen.“
Eine andere Schwester: „Wir sollten das Fenster im Zimmer vom Pat. Sowieso zumachen, damit keiner aus dem Fenster fällt, wenn wir die Tür zu machen. Im Moment zieht’s ja aufm Gang. – Obwohl, wenn der Doktor Sowieso („Stationsfreund“) am Fenster steht, sollten wir’s vielleicht offen lassen.“
Ja ja, viel Freude am Beruf! Und wenn’s der Stress nicht zulässt, macht man seine Späße eben so!
Add comment Dezember 17, 2007